Ausschlafen bis 08:00, dann gibt's feinen Kaffee im nahen Restaurant. Wir lassen uns Zeit, da wir heute nicht zuletzt aufgrund der Wetterprognosen und den nacholgenden zwei Monster-Etappen eine kurze, einfache Route geplant haben.
Wir sind um 09.30 startklar, als sich vor unserer Haustür ein ziemlich heftiges Gewitter entlädt.
Via WhatsApp offeriert unser Vermieter Marco, uns ins Refugio zu fahren, da er in der Nähe was erledigen muss. Ich erkläre ihm unser Projekt, was er ganz toll findet.
Nach dem Gewitter klart es auf und wir uns auf. Nach kurzem Tippel durchs Dorf, folgt ein kuruer Aufstieg auf einem Bergpfad durch ziemlich feuchten Wald. Wenn es nicht regnet, tropft es von den Bäumen - das gilt bis zu unserem Tagesziel und ich will es hier auch nich weiter detaillieredn ...
Ein rechtes Stück laufen wir auf dem Betondeckel eines Kanals, meistens aber auf Pfaden oder Naturstrassen - Pfützen hat es überall. Wir passieren drei oder vier grössere Zeltplätze, auf denen offensichtlich Lager durchgeführt werden, nicht zuletzt aufgrund der feuchten Witterung - hauptsächlich aber wegen sprachlichen Barrieren beschränkt sich die Kommunikation auf "hola".
Etwas abendteuerlich wird die Überquerung des Rio Cinco, der zur Zeit wie alle Flüsse hier sehr viel Wasser führt. Zwei Brücken_Elemente liegen auf einem ziemlich schief gespühlten Pfeiler auf, eines davon ist soweit abgerutscht, dass ein Aufliegerträger in der Luft hängt. Wir gehen einzeln, vorsichtig mit sanften Schritten über die Brücke.
Einigermassen trocken kommen wir schliesslich im Refugio de Pineta an - eine einfache Herberge, auch mit Auto erreichbar, hat alles was es braucht, doch WiFi gehört nichgt dazu. Für Handy-Empfang (Edge, 3G) trifft man sich ca. 200m vom Refugio entfernt an der Strasse. Wir verfolgen den EM-Match Schweiz - England fragmentarisch von hier aus.

Eloy- ein Katalane aus Barcelone - setzt sich zu uns, er hat in Deutschland bei BASF gearbeitet und spricht sehr gut Deutsch. Er will morgen wie wir zum Refugio de Goriz. Da dieses wegen Bauarbeiten geschlossen ist, ist eine Zeltnacht angesagt.
Eloy hat bereits in Erfahrung gebracht, dass der Weg "Faja de las Olas" (2700m) zur Zeit schwierig zu begehen ist (die Ketten an ausgesetzten Stellen liegen unter Schnee). Zudem hat es nun in den Schnee geregnet, was die Situation an steilen Hängen noch heikler macht.
Wir entscheiden uns für eine einfachere Route und nehmen damit 500Hm mehr in Kauf.
Wir schauen uns noch den Start der Route an und stellen fest, dass wir einen Fluss durchwaten müssen, oder 4 zusätzliche km zu wanden haben.

So vergeht der Nachmittag im Nu. Nach dem Nachtessen (Salat, Teigwaren, Würste) erfahren wir, dass die Schweiz beim Penalty-Schiessen verloren hat - wir trösten uns mit einem Chupito Pathaxaran (Wachholder-Likör)

zu den Fotos
zur Route (12,75 km, 280Hm, 3:35h)