30.-31.08.2013: Bös Fulen

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Ursprünglich hatte ich für diese Tour im Gumen acht Plätze reserviert, am Schluss waren wir noch zu zweit, wie sich während der Tour dann zeigte eine äusserst glückliche Fügung. Doch davon später.
 
Weniger erfreulich war der Abmeldungsgrund von Philipp – beim Klettern im Wallis löste sich ein grosser Stein, so dass er den Halt verlor und stürzte. Da Reini, der in sicherte, dem Stein ausweichen musste, fiel er relativ weit ins Seil, bei der harten Landung riss ein Band im linken Fuss.
Die darauf folgenden Untersuchungen förderten noch weitere - zum Teil ältere - Schäden zu Tage, jedenfalls ist nun sein linker Unterschenkel für eine Weile in einem Gips versorgt.
 
Und wenn wir schon bei der Vorgeschichte sind, will ich auch kurz festhalten, warum wir den Bös Fulen zu unserem Ziel gemacht haben. Steht man in Winterthur auf dem Eschenbergturm oder auf der Quai-Brücke in Zürich, fallen zunächst die beiden markanten Berge Glärnisch mit Vrenelisgärtli und Tödi auf. Und dazwischen befindet sich ein weiterer markanter Berg – eben der Bös Fulen.
 
Diese Tour begann ja eigentlich bereits am Vorabend und zwar im Bunten Hund mit Fredi’s legendären Stinco’s – ein Genuss, dem sich auch Gipsbein Philipp nicht entziehen konnte. Markus, der auch dabei ist, lässt sich nicht zur Tour überreden und so treffe ich am Freitag um 13:25 Luk auf dem HB Winterthur. Um 16:00 stehen wir in Braunwald und machen uns bergwärts Richtung Gumen. Trotz frischer Bergluft und schattigem Wald, läuft der Schweiss in Strömen. Der Weg ist sehr abwechslungsreich, zunächst durch die Streusiedlung Braunwald, über Weiden mit unbehornten und gehörnten Kühen, durch Mischwald, durch Nadelholzwald, breite Wanderwege, schmale Pfade, Skipisten, über Alpen und am Schluss der Seilbahn entlang.
Nach zwei Stunden sitzen wir beim kühlen Bier. Es reicht gerade noch für eine kurze Dusche - was für eine Wohltat - und schon gibt's währschaften Znacht. Kurz nach 21:00 machen wir Feierabend, fallen müde in die Koje, wo wir ziemlich schnell einschlafen.

Samstag
Um 06:30 gibt's Frühstück und kurz nach Sonnenaufgang machen wir uns auf den Weg. Nach gut einer Stunde erreichen wir den Wegweiser beim Bützi, wo unser Ziel sichtbar wird (noch ziemlich weit weg!). Ab hier sollte eigentlich ein blau-weiss markierter Weg zum Oberen Boden führen. Da wir keine Markierungen finden, steigen wir über Karrenfelder und Schafspuren aufwärts. Schliesslich sichten wir das Hüttli (bei Pkt 2462) und pünktlich zum Znüni sitzen wir auf dem Bänkli und geniessen eine ausgiebige Rast.
Ab hier treffen wir wieder auf klare Wegspuren. Bereits um 09:45 erreichen wir das Firnfeld, welches ohne Steigeisen gut begehbar ist. Wir entscheiden, über die technisch einfachere Route via Schuttband aufzusteigen.
Hier macht der Berg seinem Namen alle Ehre - man kann noch so vorsichtig laufen, ständig löst man Steine aus, die meisten bleiben zwar nach ein paar Meter liegen, die wenigen die runterdonnern, tun das mehr oder weniger in der Aufstiegsroute - wir sind froh, dass wir die einzigen am Berg sind.
Kurz vor 11:00 erreichen wir das östliche Ende des Grats.
Auf der Nordseite des Grates führt ein schmales Band zur ersten Schlüsselstelle. Die mächtige Wand sieht wohl griffig aus, doch jeder zweite Stein gibt ein wenig nach wenn man ihn belastet. Zudem ist Ausrutschen und Stolpern hier nicht erlaubt.
Kurz vor dem Gipfel folgt noch die zweite Schlüsselstelle - die Klassierung T5 für den Grat scheint mir jedenfalls angemessen.
Um 11:30 stehen wir auf dem Gipfel des Bös Fulen - höchster Punkt im Kanton Schwyz - und beäugen mit Genuss die Tiefblicke und die Aussicht auf die umliegenden Berge.
Auf dem Retourweg muss man die beiden Schlüsselstellen im Abstieg überwinden, was noch mehr Konzentration erfordert. Luk löst dabei einen Stein aus, der mit hässlichem Krach ins Tal donnert. Schliesslich erreichen wir den Einstieg ins Schuttband und vergewissern uns mittels Rufen, dass sich niemand im Aufstieg befindet.
Via Firnfeld geht's dann zügig zur Schäferhütte, wo wir dem einzigen Berggänger begegnen.
Wir folgen den weissen Markierungen und werden so über die Karrenfelder zum oberen Boden auf einen weiss/blau markierten Weg geführt. Wir landen zwar nicht wie beabsichtigt beim Bützi, dafür entdecken wir hier noch einige schöne Edelweiss am Wegrand.
Im Ortstockhaus stossen wir auf die gelungene Tour an. Wir kommen dort mit dem Hüttenwart ins Gespräch, er empfiehlt, via Kamin aufzusteigen und über den Grat und das Schuttband abzusteigen. Zudem meint er, der Bös Fulen sei für ihn definitiv keine Bergtour, sondern klar eine Hochtour.
Es folgt ein 30 Min. Spaziergang zum Grotzenbüel, von wo wir nach einem Bier auf der Terrasse mit dem Bähnli Richtung Braunwald gondeln.

Dort angekommen beschliessen wir, zur Bergstation der Braunwaldbahn zu spazieren (10 Min.) und falls wir unterwegs auf ein einladendes Restaurant stossen, dieses für das wohlverdiente Nachtessen heimzusuchen. Man ahnt es - es gab kein Restaurant am Weg. Als wir uns erkundigen, wird uns das Restaurant Uhu empfohlen, dieses befindet sich - man ahnt es auch - in der Nähe der Talstation der Grotzenbüelbahn, wo wir hergekommen sind. Luk hat zwar etwas Mühe damit, doch schliesslich sitzen wir im Uhu und geniessen eine feine Hirschbratwurst mit Nudeln und Rotkraut.


Statistik Freitag

Strecke: 4,4 km

rauf: 660 Hm

runter: 0 Hm

Zeit: 2h


Statistik Samstag

Strecke 12,5 km

rauf: 1000 Hm

runter: 1350 Hm

Zeit. 9,5 h (incl. Pausen)

 

zu den Fotos

Route Braunwald - Gumen

Route Gumen - Bös Fulen - Grotzenbüel