14.11.2010: Biasca - Bellinzona

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Reisezeit und Dauer des eigentlichen Events sollen in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Meistens halte ich mich daran - nicht so heute. Ich stand also um 0720 im Joggingdress mit rotem Rückenbeutel auf dem Bahnhof und reiste 3h nach Biasca, um von dort nach Bellinzona zu joggen und anschliessend wieder 3h heimzureisen - doch eins nach dem anderen.
Philipp hatte im Rahmen seiner K78-Vorbereitung die Strecke Airolo - Anzonico im Alleingang vorgeholt. Als ich mit Marco von Tengia nach Biasca joggte, stiess Philipp in Anzonico zu uns. In Biasca hängte Philipp dann noch solo 25 km an und zog die Sache durch bis Bellinzona.
Damit wir am 21.11. gemeinsam in Bellinzona starten können, musste ich also vorher von Biasca nach Bellinzona joggen. Da mit Bellinzona - Tesserete eine recht happige Etappe ansteht, will ich dort mit frischen Beinen starten, Biasca-Bellinzona am Vortag ist also keine Variante. So packte ich dann alles auf dieses eine Weekend:

  • am Freitag Metzgete im Landhuus Ricketwil
  • am Samstag Kyburglauf (Anreise mit Velo)
  • am Sonntag N-S Biasca - Bellinzona

Auf der Alpennordseite herrschte phantastisches Föhnwetter: warm, klare Fernsicht, Schaumkronen auf dem Urnersee, Blätter in der Luft, Bristen mit Schnee gepudert.
Ab Airolo: neblig, kalt, Nieselregen .

In Biasca war es wenigstens nur noch stark bedeckt und es nieselte beinahe nicht mehr.
Die Metzgete oder wahlweise der Kyburglauf machten sich bemerkbar - ich kam nicht auf Touren, zudem spührte ich eine Verhärtung/Zerrung im Oberschenkel. Der Wanderweg (sentiero riviera) führt über weite Strecken auf den Blöcken der Flussverbauung - das ist zwar flach, zwingt aber zu unregelmässigen Schrittlängen. Auch die Unterlage aus nassem Laub, Wurzeln und groben Steinen machte die Sache nicht einfacher - kurz ich schaffte es nicht, effizient zu joggen - meine km-Zeiten pendelten sich um die 6:30Min. ein und ich gab mich schliesslich damit zufrieden.
Nach einer Stunde genehmigte ich mir die obligate Pause, leider gab es weit und breit keinen Brunnen.
Bei Lodrino joggte ich gemütlich an einer heruntergekommen Fabrik (Giesserei, Schmiede) vorbei, als aus einem Seitenpfad ein deutscher Schäfer mit keiffendem Gebell auf mich losstürmte - ich schreite ihn karatemässig und kompromisslos an, er drehte im letzten Moment ab und zog von dannen - Glück gehabt.
Bis kurz vor Cresciano war der Wanderweg ziemlich monoton - ab hier wurde es jedoch sehr abwechslungsreich. Durch lichte Uferwälder (vorwiegend Eichen) schlängelt sich der Pfad entlang des Ticinos südwärts. Besonders aufgefallen sind mir die zahlreichen Sportplätze, dazwischen immer wieder Industriegebiete. Gemein waren die appetitanregenden Düfte in der Nähe von Häusern, da schmorte offenbar der eine oder andere Braten über dem offenen Feuer.
Nach der Überquerung der Moesa bei Arbedo folgte quasi als Dessert der langersehnte Zieleinlauf durch das parkähnliche Ufergebiet bei Bellinzona.
Nach 2:48h traf ich schliesslich im Bahnhof Bellinzona ein. Es blieb mir nicht mal Zeit, eine Zeitung zu kaufen, stand doch der ICN ohne Halt nach Arth-Goldau schon bereit.
Auch hier war mir das Glück hold: die Minibar war sofort zur Stelle und ich konnte mich mit einem Cola und einem Schinkenbrot belohnen, anschliessend schlief ich 1h - es war ja schliesslich Sonntag!

Karte

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Höhenprofil
N_S_11_Biasca_Bellinzona_Profil.jpg


Distanz: 23.57 km
Höhenmeter: +33m / -87m
Zeit: 02:48h